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TU Berlin

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Allgemeine Problematik

Oft erweist es sich als problematisch, ein PostScript-File zu erzeugen, dass beliebig skaliert oder auch nur selbst die Größe DIN A0 besitzt.

Von großer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Unterschied zwischen skalierenden und nicht skalierenden PS-Files.

Skalierend
beschreibt die Möglichkeit, dass der Drucker mit der CUPS-Einstellung "Scale to" in der Lage ist, das PS-File auf die angegebene Größe zu skalieren und zu drucken. Nicht skalierende PS-Files hingegen besitzen eine feste Größe und werden immer in dieser gedruckt, unabhängig von den Einstellungen des Druckertreibers.

Um also korrekt auf dem Posterdrucker drucken zu können, ist es unumgänglich, ein skalierendes PostScript-File zu erzeugen. Um überprüfen zu können, ob ein gegebenes oder selbst-erzeugtes PostScript-File skalierend ist, sind ein paar Vorarbeiten hilfreich.

Vorarbeiten

Am besten testet man, ob ein PostScript-File skalierend ist, indem man es in das Programm Ghostview (gv) lädt und versucht, es in verschiedenen Größen darzustellen.

Ghostview bietet allerdings in der Default-Konfiguration nicht die Option, Formate größer als DIN A3 anzuzeigen.

Um dies zu ändern, ruft man "gv" auf und wählt den Menüpunkt "State -> Setup Options" aus. Anschließend alle "#" im Feld "Media Sizes" vor den zusätzlich gewünschten Formaten entfernen (das Fenster sieht zwar nicht aus wie ein Editor, aber man kann mit der Maus hineinklicken und die Einträge editieren) und mit "save" den Editiervorgang beenden. Nun sollten im "gv" die zusätzlichen Formate wählbar sein.

Erzeugen eines PostScript-Files der richtigen Größe

Der einfachste Weg ein PS-File für z.B. das A0-Format zu erzeugen, besteht natürlich darin, in der Anwendung die Größe A0 vorzugeben, also das PostScript-File selbst von vornherein auf A0 zu skalieren. Leider bieten nicht alle Anwendungen diese Möglichkeit für beliebige Größen, und häufig liegt das File nicht in seinem Quell-Code, sondern nur als fertiges PostScript vor. Man muss das PostScript-File in diesem Fall nachträglich skalieren.

Erzeugen eines skalierenden PostScript-Files

Die einzige Möglichkeit skalierbare PS-Files zu erzeugen beruht auf der Software "acroread" und einem PDF-File als Quelle:

acroread -toPostScript -shrink <filename.pdf>

Achtung: Der Befehl erzeugt ein PS-File mit der Endung ".ps" statt des ".pdf". Sollte ein File mit der Endung ".ps" bereits existieren, wird es ohne Warnung überschrieben.

Erzeugen eines PDFs mit Hilfe von "ps2pdf"

Um nun ein skalierbares PS-File mit Hilfe von "acroread" erzeugen zu können, benötigt man ein PDF-File. Dazu muss entweder die Anwendung, die das Poster erstellt und nicht selber skalieren kann, direkt ein PDF-File (aus einem DVI-File z.B. direkt mit dem Befehl "dvipdf") erzeugen, oder man bedient sich des Konverters "ps2pdf".

Unter Umständen ist es notwendig, das anschließend mit acroread erzeugte PostScript-File noch einmal durch den Konverter "pstops" zu schicken, wenn trotz allem immer noch Probleme beim Skalieren auftreten sollten. Das kommt z.B. des öfteren bei als PDF exportierten Word-Files unter OpenOffice vor. Ein Problem kann sich aber dadurch ergeben, dass "ps2pdf", egal in welcher Variante, auf Ghostscript zugreift.

Das Ghostscript Problem

Neben "ps2pdf" greift auch "gv" auf Ghostscript zu, um PostScript zu interpretieren. Dies klappt in den allermeisten Fällen sehr gut. Leider taucht aber bei der Darstellung von Grafiken gelegentlich der Fehler auf, dass Ghostscript Vordergrund und Hintergrund invertiert. Dadurch kann z.B. ein Text durch einen farbigen Hintergrund verdeckt werden. Dieser Fehler wird dann auch im "gv" sichtbar. Ein Ausdrucken des PS-Files auf einen PS-Drucker führt aber zum korrekten Ergebnis. Wird allerdings mit "ps2pdf" ein PDF-File erzeugt, wird der Fehler in dieses hineingeschrieben und bleibt fortan erhalten. Sollte dieser Fehler bei der Konvertierung auftauchen (dies läßt sich leicht in Ghostview überprüfen), muss man auf andere Art und Weise das Postscript-File skalieren.

psresize

Der Befehl "psresize" ermöglicht die "Ghostscript-freie" Skalierung eines PS-Files. Leider ist die Verwendung dieses Befehls etwas kompliziert (siehe man-Pages psresize) und funktioniert auch nicht auf allen PostScript-Files oder behandelt die Ränder der Seiten nicht korrekt. Es kann passieren, dass die Randbereiche des Posters nicht gedruckt werden, insbesondere dann, wenn das Ausgangs-PS-File schon die Bounding-Box des Ausgangs-Formats verletzt. Bei Versuchen mit "psresize" empfiehlt es sich, die Ergebnisse mit "gv" zu testen, bevor sie auf dem Posterdrucker ausgedruckt werden. Der Drucker liefert nur das korrekte Format, wenn es auch im "gv" korrekt dargestellt werden kann.

Drucken von kleineren (< DIN A1) Vorlagen

Der Posterdrucker druckt auf Papier der Größe DIN A0, so dass Vorlagen von A0 (als portrait) und A1 (um 90 Grad gedreht als landscape) direkt gedruckt werden können. Kleinere Formate lassen sich dennoch problemlos drucken, indem man einfach mehrere, nebeneinander angeordnet, als A0 oder A1 ausdruckt. Hierzu ist der Befehl

gs -dNOPAUSE -dBATCH -sDEVICE=pdfwrite -sOutputFile=output.pdf input1.pdf input2.pdf ...

nützlich, der aus mehreren PDF-Dokumenten ein einziges zusammenhängendes PDF erzeugt, indem er die Seiten einfach hintereinander hängt. Diese können dann einfach über die entsprechenden Einstellungen des CUPS-Treibers nebeneinander als A0 oder A1 gedruckt werden, ohne dass man dabei Papier verschwenden würde.

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