Erster Forderungskatalog der BesetzerInnen des TU-Audimax
Die BesetzerInnen des Audimaxes haben inzwischen einen Forderungskatalog zusammengestellt:
1. Freie Gestaltung des Studiums
a) Keine Anwesenheitspflicht bei
Vorlesungen, Übungen und Seminaren
b) Sinnvolles Hausaufgabenangebot ohne Zwang
+ Keine Auswirkung auf Klausurzulassung
+ Hausaufgaben als Studienhilfe, nicht Leistungskontrolle
+ Ernsthafte Abgaben können ernsthaft korrigiert werden
c) Mehr Möglichkeiten zur interessenorientierten
Studienplangestaltung
+ Weniger Pflichtveranstaltungen
+ Größerer Wahlpflichtbereich
+ Mehr Studium Generale
d) Garantie für Nachklausuren
+ Grundsätzlich zwei Klausurtermine
+ Ausgleichsmöglichkeit für "Fehlversuche"
e) Keine verbindliche vorzeitige Klausuranmeldung
+ Nicht automatisch bei erster
Hausaufgabenabgabe o. ä.
+ Anmeldung muss bis mindestens zwei Wochen vor der Klausur
möglich sein
f) Leistungsunabhängiges Bafög
g) Mindeststudienzeit statt Regelstudienzeit
--> Abgrenzung von der Begrifflichkeit
Regelstudienzeit
h) Studentische Freiräume schaffen/sicherstellen
+ Mehr Arbeitssäle schaffen
+ Offene Projekträume
+ Studentische Veranstaltungen sollen Uniräumlichkeiten nutzen
können; dabei Vorrang vor Externen
+ Anrechenbarkeit alternativer
Veranstaltungen
2. Demokratisierung
a) Anteilsmäßige Vertretung
der Studierenden in allen Gremien
+ Mindestens Viertelparität
+ Studentische Beiräte in allen Gremien und Abteilungen
b) Kein Stimmrecht für Externe (--> Kuratorium)
c) Kein Einfluss der Wirtschaft auf Lehrinhalte
d) kein staatlicher Einfluss auf Lehrinhalte und Berufungen
e) Studentische Einflüsse stärken, z.B. Studierendenbegehren
3. Freier Zugang zu Bildung
a) Keine Elitenbildung sondern
Qualität für alle
b) Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch Studienplatzausbau,
alternativen zum NC bei der Studienplatzvergabe
c) Studiengebühren in jeglicher Form abschaffen (inkl.
Verwaltungspauschale etc.)
d) Lehrmittelfreiheit
e) Strukturelle Diskriminierung abschaffen
--> Bildung muss unabhängig von
Aufenthaltsstatus sein
--> keine Zwangsnutzung von uni-assist durch BildungsausländerInnen
f) Mobilität und Inklusion von Menschen mit Behinderungen
g) Wissenschaft und Forschung als frei zugängliche Ressource
4. Ausfinanzierung der Universität
a) Masterplätze sicherstellen
(Radikale Aufstockung der Plätze)
b) Mehr Geld in die Lehre (--> Tutoriensituation)
c) Situation von Lehrbeauftragten verbessern; angemessene Bezahlung
d) Kostenlose, bedarfsgerechte und generell anrechenbare
Sprachangebote; ZEMS retten
+ Kosten: ca. 40.000 Euro / Jahr
+ Keine Unterscheidung zwischen fachsprachlichen und
nicht-fachsprachlichen Kursen
e) Rückbau der Fakultät I aufhalten.
+ Fester gleichgestellter Platz der
Geisteswissenschaften an der TU und insgesamt
+ Breit gefächertes Spektrum von Disziplinen erhalten und ausbauen
f) keine prekären Beschäftigungsverhältnisse im
Bildungsbereich (insbesondere z.B. Reinigungskräfte)
weiterhin im Diskurs:
- mehr Multilingualität an Schulen
und Hochschulen
- Bildungsfond als Alternative zur Drittmittelfinanzierung
Nächste Studentische Vollversammlung am 12.11.09 im H 0105
Um den Bildungsprotest im Sommer kurz zu reflektieren, über aktuelle bildungspolitische Ereignisse zu informieren und die weiteren Aktionen im Winter zu
planen, findet am Donnerstag, den 12. November 2009 ab 14:00 Uhr eine studentische Vollversammlung im Audimax (H 0105) statt.
11. November 2009
Einladung zur studentischen Vollversammlung der TU Berlin am 4. November 2009 (14:00 - Ma-Foyer)
Unser Bildungssystem krieselt nicht, es ist schon vor geraumer Zeit zusammengebrochen.
Im letzten Sommer gingen bundesweit 270.000 Schüler_innen, Studierende und Auszubildende auf die Straßen, um auf die Probleme aufmerksam zu machen und
den miserablen Bedingungen eine Absage zu erteilen.
Einige Forderungen konnten mancherorts durchgesetzt werden - viele Forderungen fanden bei den Verantwortlichen jedoch kein Gehör.
Nach wie vor ist ein freies und selbstbestimmtes Studium für Bachelor- und Masterstudierende eine Utopie.
Anstatt einer freien Zeiteinteilung und einem Lernpensum, dass es einem ermöglicht breitgefächerte Bildung zu erlangen, entwickeln sich
Universitäten zu Fabriken, die möglichst effizent Fachidioten produzieren.
Überfüllte Tutorien, Losverfahren in Pflichtveranstaltungen sind ebenso zur Normalität geworden, wie ein Prüfungspensum, dass aufgrund von
massiver Ökonomisierung in keinster Weise auf die Bedürfnisse der Studierenden zugeschnitten ist.
Wer nicht ins Fabrikschema passt oder passen kann, wird exmatrikuliert. Auf Einzelschicksale wird nicht eingegangen.
Nach beinahe einem halben Jahr Pause ist es nun wieder an uns, für akzeptable Bildungsbedingungen zu kämpfen.
Um den Bildungsprotest im Sommer kurz zu reflektieren,
über aktuelle bildungspolitische Ereignisse zu informieren und die weiteren Aktionen im Winter zu planen, findet am
Mittwoch, den 4. November 2009 eine studentische Vollversammlung im Mathe-Foyer statt.
29. Oktober 2009